Der Orgasmus der Frauen

Warum viele Frauen keinen Orgasmus bekommen

Jede Frau hat das Potential, ihre Sexualität voll und ganz befriedigend und erfüllend zu leben. Und obwohl diese essentielle Gabe jeder Frau mitgegeben ist, sind doch viele Frauen nicht in der Lage, ihr orgasmisches Erleben zu lenken. Lust, Erregung, Orgasmus ist für viele Frauen eine unberechenbare Angelegenheit, deren Höhen und Tiefen sie sich oft hilflos ausgeliefert fühlt. Manchmal stellt sie sich ein, die Lust - manchmal nicht. Manchmal kommt er, der Orgasmus - manchmal nicht. Das Leiden an der Unfähigkeit, auf das orgasmische Erleben Einfluss zu nehmen und das für sie erfüllend zu lenken, beeinflusst oftmals schon im Vorfeld die Frau in ihrem Lust-, bzw. ihrem Unlustempfinden. Es gibt so etwas wie ein Wissensvakuum, was die eigenen sexuellen Bedürfnisse und Voraussetzungen für eine befriedigende Sexualität angeht.

Orgasmuspflicht

Mit der Sexualisierung der Frau durch die sexuelle Revolution wurde sie auch orgasmuspflichtig. Aus dem neuen Postulat wiederum wurde eine Orgasmusfixiertheit, der sich auch die Frau im sexuellen Zusammensein nicht entziehen konnte. Das macht den Sex zu einer ziemlich ernsten und anstrengenden Angelegenheit, bei der sich beide mühen und abarbeiten, um das Ziel zu erreichen. Gerade die Fixierung auf den Orgasmus und der damit einhergehende Leistungsdruck führt jedoch zu einer Anspannung, die dafür sorgt, dass das Ziel nicht erreicht wird und der Orgasmus ausbleibt, zumindest bei vielen Frauen. Es ist jedoch nicht verwunderlich, dass wir auch den Sex zu einer ernsten und anstrengenden Pflicht erheben, denn es spiegelt unsere Einstellung wieder, die wir dem Leben allgemein gegenüber haben. Für viele Frauen ist das Leben eine freudlose, anstrengende Pflichtveranstaltung, in der sie zu funktionieren haben und die sie massiv unter Leistungsdruck setzt. Sie sind weit davon entfernt, das Leben als ein großes spielerisches Abenteuer zu erleben, das sie in aller Intensität erleben und genießen dürfen, das sich immer wieder neu gestaltet und daher aufregend und freudvoll ist. Das Bestreben nach Sicherheit und Kontrolle lässt sowohl das Leben als auch die Sexualität in Routine und Langeweile ersticken. 


Wir erleben in der Sexualität nichts anderes als sonst im Leben. Denn unser Leben wie unsere Sexualität sind davon bestimmt ob wir in guten Kontakt mit unserer ursprünglichen sexuellen Energie sind oder nicht. Sie ist für uns die natürliche Quelle von Freude, Liebe und Begeisterung, die uns ganz natürlich zusteht, an der wir uns erfreuen können und die wir genießen dürfen. Wenn wir uns ihr anvertrauen und ganz hingeben, können wir uns an ihr laben, wie an einer lebensspenden Quelle, die uns erfrischt, fröhlich und leicht stimmt, erfüllt und energetisiert. Sie lehrt uns, dass es in der weiblichen Sexualität Erregungswellen gibt, auf denen frau hoch und runter surfen kann, ohne irgendwo ankommen zu müssen. Geht der leichte, spielerische Aspekt in der Liebe verloren, hat frau es schwer sich zu entspannen und fallen zu lassen und einen Orgasmus zu bekommen.

Der weibliche Orgasmus

Die Komplexität und die unterschiedlichen Erscheinungsbilder des weiblichen Orgasmus haben immer wieder zu einem Streit auch unter Sexualforscherinnen geführt, was nun der "richtige" weibliche Orgasmus ist und wie dieser auszusehen hat.

Eine Ursache dafür ist sicherlich, dass vieles am weiblichen Orgasmus nicht äußerlich beobachtbar und messbar ist, schon gar nicht die unterschiedlichen Empfindungen, die damit verbunden sind. Anders als beim Mann, der allein durch die ausreichende rein äußerliche Stimulierung auch unwillentlich eine Erektion und sogar einen Teilorgasmus, eine Ejakulation, bekommen kann, geschieht der weibliche Orgasmus nur mit der willentlichen Entscheidung der Frau. Sie kann ihn auch gänzlich unterdrücken. Für den weiblichen Orgasmus müssen verschiedene Dinge zusammen kommen. Erst einmal muss sie ihn wollen. Es bedarf der Bereitschaft, sich auf ein Liebesspiel einzulassen. Dazu gehören Zeit, Stimmung und das Sich-Angenommen- und Geliebt-Fühlen durch den Partner, wenn die gesamte äußerliche und psychische Situation für sie stimmig ist.

Der Orgasmus geschieht nach einer meist längeren oder selten auch kürzeren Stimulierung der weiblichen Geschlechtsorgane: der Brüste, der Vulva, der Klitoris, des G-Punktes, des Muttermundes, des Perineums.

Durch die Stimulierung der Lustzentren wird deren Blutzufuhr verstärkt, und je nach innerer Vorbereitung schwellen die Lustlippen und jegliches Schwellgewebe innerhalb von 10–30 Min an. Brustwarzen und Klitoris richten sich auf und werden aus ihren Hautfalten freigelegt. Diese Erregungs¬phase kann sich weiter steigern, sie kann wieder abflauen und sich erneut steigern. Diese Phase wird als überaus lustvoll erlebt. Sie können sich auf diesem orgasmischen Plateau lange Zeit aufhalten, vorausgesetzt Sie können sich gut entspannen und genießen es, auf dem hohen Energieniveau zu verweilen. Dafür ist es jedoch notwendig, dass Sie die männlich geprägte Vorstellung, zielstrebig auf den Orgasmus zuzugehen, aufgeben. Für manche Menschen kann es anfangs unangenehm sein, soviel erhöhte Energie in ihrem Körper zu halten. Das, was wir normalerweise tun, gerade auch beim Sex, ist, diese Energie schnell wieder auszuagieren. Es kann ein Experiment für Sie sein, bewusst auf dieser Ebene zu verweilen und die Energie zu halten. Das bedarf zunächst einer bewussten Entscheidung, damit Sie sich nicht von der steigenden Erregung fortreißen lassen und in Ihr konditioniertes Muster verfallen. Eine Hilfe dafür ist, dass Sie Ihren Körper mit Ihrem tiefen und langsamen Atem immer wieder bewusst entspannen.

Viele Frauen kennen nur diese orgasmische Plateauphase. In dieser Phase können Sie aktiv dynamisch sein wenn Sie dabei eine Position wählen, in der Sie sich gut bewegen können und Ihr Atem frei fließen kann (die typische Missionarsstellung z.B. ist dafür nicht besonders geeignet). Sie können aber auch passiv empfänglich, in die subtilen inneren Bewegungen hinein spüren und sie mit Hilfe Ihres tiefen und langsamen Atems unterstützen.

Wenn Sie auf diese Weise Ihre Erregung weiter aufbauen und dann in einem Moment hoher Erregung ganz ruhig und empfänglich werden und innerlich loslassen, kann Ihr Orgasmus tief aus dem Becken, den Genitalien aufsteigen. Er ist gekennzeichnet durch das peristaltische Zucken Ihrer Beckenmuskulatur, dem Zusammenziehen Ihrer Vaginalmuskeln sowie der vermehrten Ausschüttung einer wässrigen Flüssigkeit aus den Bartholinischen Drüsen.

Dieser Orgasmus kann punktuell wie ein Vulkanausbruch erlebt werden, der heftig tief und wild ist, sich aber schon nach wenigen Sekunden wieder legt und abkühlt. Solch ein Orgasmus bleibt auf Genitalien und Beckenraum beschränkt und gleicht dem des Mannes. In Ihnen breitet sich ein Gefühl tiefen befriedigt seins aus, das sie in ein entspanntes Nachspüren führt.

Der Orgasmus kann aber auch wie eine große Welle empfunden werden, in der Sie sich hineinfallen und forttragen lassen. Dann hängt es von Ihnen ab, wie Sie mit dieser Welle weitergleiten. Sie können sich einfach von ihr erfassen lassen und den ausgelösten Strudel genießen. Die Welle wird Ihnen kurzzeitig den Boden unter den Füßen entziehen, Sie herumwirbeln, außer Kontrolle geraten lassen, und wenn Sie das alles geschehen lassen werden Sie wieder sicher, zufrieden und glücklich „an Land gespült" werden.

Die orgasmische Welle reiten

Sie können sich aber auch entscheiden zur Wellenreiterin zu werden. Das bedeutet, dass das Abenteuer mit diesem ersten Orgasmus erst beginnt und nicht wie meistens auch gleich schon endet. Sie können dann eine längere Zeit hintereinander mehrere Orgasmen haben, die sich mit kürzeren oder längeren Plateauphasen abwechseln, in denen Sie unterschiedlich intensiv erregt sind. Je länger dieses orgasmische Spiel anhält, umso mehr verschwimmen die Grenzen zwischen einem klar abgegrenzten genitalen Orgasmus und dem orgasmischen Erleben in ihrem ganzen Körper. Wie Wellen breitet sich die sexuelle Energie im ganzen Körper aus, mal gewaltig, mal sanfter und erfasst Sie in Ihrem ganzen Sein: nicht nur Ihr Körper, auch Geist und Seele werden ergriffen von dieser kraftvollen, geschmeidigen orgasmischen Welle, in die Sie komplett eintauchen, eins mit Ihrem Erleben werden - und sich selbst dabei völlig vergessen. Dies ist der Zustand der Ekstase, in der Sie die spirituelle Dimension der Sexualität erfahren: völliges aufgelöst sein von sich selbst, und dabei gleichzeitig ein Gefühl von tiefem all-eins-sein, einer starken Verbindung mit sich selbst und dem Partner. Dabei werden wir von lustvollen physischen Empfindungen begleitet wie starker Wärme oder Hitze und feinen Vibrationen oder stärkeren peristaltischen Zuckungen, die sich über den ganzen Körper ausbreiten als Ausdruck unserer stark fließenden sexuellen Energie.

Ihre Gefühle können dabei variieren von überschäumender Freude und Lebenslust, beglückender Liebe bis zu einem tiefen Frieden oder innerer Stille und Weite. Unsere sexuelle Energie, darf sie erst einmal frei fließen, ist unglaublich stark und machtvoll und führt uns in die Grenzenlosigkeit und Weite unseres eigenen Herzraumes und unseres Geistes. Daher werden Sie nach solch einem orgasmischen Erleben nicht mehr die sein, die Sie vorher waren. Körper, Geist und Seele werden sich freier, gelöster, erfrischter, liebevoller, glücklicher oder friedvoller anfühlen - und Sie entsprechend verwandeln – auch nachhaltig und nicht nur für den Moment.

Klitoral, vaginal oder noch ganz anders

Im Zeitalter der weiblichen Orgasmen entsteht unter Frauen und Sexualforscherinnen eine neue Diskussionen darüber, welches denn nun der „einzig wahre“, „richtige weibliche“ Orgasmus sei: klitoral, vaginal, G-Punkt oder A-Punkt Orgasmus, Ganzkörper- oder Mehrfachorgasmen. Diese Diskussion macht erst einmal die erfreuliche Tatsache deutlich, mit welcher Neugier und Wissensdrang das große Potenzial weiblicher Sexualität erforscht und weiterentwickelt wird, nach Jahrhunderten der Unwissenheit. Dem gegenüber stehen jedoch die vielen Frauen, die erst einmal vertraut werden wollen mit ihrem Körper als Ganzes und jenseits der vorgegebenen technisierten Sexualität ihre sexuelle Energie mehr kennen lernen wollen. Daher darf meines Erachtens diese Diskussion nicht dazu führen, dass sie den Frauen, die in erster Linie durch die Stimulierung der Klitoris einen Orgasmus bekommen, das Gefühl geben, wieder einmal oder immer noch nicht den "richtigen weiblichen" Orgasmus zu bekommen. Frauen sollten sich erst einmal alle Spielarten beim Training ihrer Lust erlauben. Erfreuen Sie sich an Ihrem Orgasmus, egal ob er durch Ihre eigenen Berührungen, die Finger oder den Penis Ihres Partners oder einen Vibrator ausgelöst wird. Begrüßen Sie ihn, genießen Sie ihn, feiern Sie ihn. Tatsächlich ist es so, dass für viele Frauen allein die Penetration keinen Orgasmus auslöst. Oft wird diese nicht einmal als besonders lustvoll erlebt. Die Vaginalmuskeln ziehen sich beim Eindringen zusammen und erst nach einiger Zeit weiten sie sich wieder und passen sich dem Penis an. Anders als beim Mann, für den das Eindringen an sich sehr stimulierend und lustvoll ist, ist die Penetration für viele Frauen nicht stimulierend und erregend, besonders dann nicht, wenn noch nicht genügend Erregung aufgebaut wurde, weil der Mann zu früh eindringt.

Die meisten Frauen bekommen einen Orgasmus durch die klitorale Stimulation mit der Hand oder einem Vibrator, sei es dass sie sich ihn selbst machen oder auch durch die manuelle Stimulation ihres Partners. Das verwundert nicht, wenn wir uns bewusst machen, dass die Klitorisperle die kleinste Stelle in unserem Körper ist, an der die meisten Nerven zusammenlaufen. Sie ist das einzige Sexualorgan, das eigens nur zu diesem Zweck erschaffen ist: Lust zu spenden. Schenken Sie sich diese Lust. Lassen Sie sich nicht einreden, dass Ihr selbstgeschaffener klitoraler Orgasmus weniger wert sei, als derjenige, der durch Penetration ausgelöst wird. Besser sie genießen einen klitoralen Orgasmus als dass sie gar keinen bekommen. Denn mit Ihrem Orgasmus zeigen sich selbst, dass Sie sich lieben und bereiten sich Freude, die Sie ausgeglichen und zufrieden macht.

Viele Frauen bedauern jedoch, dass sie „nur“ einen Orgasmus durch klitorale Stimulation bekommen nicht aber in Vereinigung mit einem Mann. Dafür können sehr unterschiedliche Faktoren einzeln oder auch zusammen genommen verantwortlich sein.

Möglicherweise ist die Stimulation in der Vagina zu unspezifisch und die sehr sensitiven Stellen in der Vagina wie der G-Punkt in den Bartholindrüsen oder auch die sensitiven Punkte um den Muttermund werden dabei zu indirekt oder nicht ausgiebig genug stimuliert. Es gibt aber auch einen energetischen Unterschied, der in einer größeren Spannungsdifferenz liegt. Ein Orgasmus in Vereinigung benötigt einen viel höheren Energieaufbau, d.h. eine stärkere Erregung. Der Energieaufbau benötigt aber normaler Weise vielmehr Zeit als sich Paare für gewöhnlich bis zur Penetration nehmen. In dieser halben bis ganzen Stunde sollte zunächst der ganze Körper der Frau durch liebevolles Streicheln und Berührungen geöffnet und erweckt werden, bevor auch die Genitalien nach und nach mit einbezogen werden. Wenn die Frau ganz geöffnet und schon erregt ist, können dann auch die Genitalien, die Klitoris und auch die besonders erregbaren Stellen in der Vagina gezielter stimuliert werden, ohne sich darauf allzu sehr zu versteifen. Erst in dieser längeren Zeit lustvoller Aktivitäten und Stimulation, ist es möglich so viel Energie aufzubauen, dass die Erfahrung eines vaginalen oder auch eines Ganzkörperorgasmus möglich wird.

Ein klitoraler oder wie auch immer ausgelöster Orgasmus kann aber für die Frau genau das Tor sein, um noch mehr Energie, noch mehr Erregung aufzuladen. Anders als beim Mann, geht die Energie bei der Frau durch einen Orgasmus, egal ob mit oder ohne Ejakulat, nicht verloren. Vielleicht benötigt sie zwischendurch eine kurze Atem- oder Trinkpause, nach der sie dann aber direkt weiterlieben kann. Denn die sexuelle Energie der Frau wird anders als beim Mann durch einen Orgasmus nicht beschränkt – im Gegenteil: Ihre Lust steigert sich zu noch mehr Lust, Ihr Orgasmus stimuliert Sie zu weiteren Orgasmen, wenn Sie das wollen. Oder Sie verweilen auf einer hohen energetischen Plateauphase und reiten von Welle zu Welle auf Ihrer orgasmischen Energie, die unerschöpflich ist. Sie brauchen dafür nur etwas körperliche Kondition. Vor allem aber müssen Sie dafür Ihre Vorstellung aufgeben, dass ein Orgasmus ausreichend ist.

Der große Fall oder „le petit mort“

Neben diesen eher körperlich-energetischen Stimulanzien ist der Orgasmus in Vereinigung ganz entscheidend von Ihrer inneren Haltung abhängig. Im Unterschied zum klitoralen Orgasmus, der willentlich und gezielt durch eine gewisse Spannung erfolgt, geschieht der Orgasmus in Penetration völlig losgelöst von Ihrer willentlichen Anstrengung. Sie können ihn nicht machen – anders als den Klitoralen, den sie mit ein wenig Übung und Erfahrung ganz gezielt herbeiführen, weshalb er auch von einigen Frauen als „männlicher Orgasmus“ bezeichnet wird. Der vaginale Orgasmus, der sich dann meistens über den ganzen Körper ausbreitend zu einem Ganzkörperorgasmus entwickelt, entsteht quasi „von selbst“, aus der Tiefe Ihrer Genitalien heraus; er entzieht sich Ihrer Kontrolle; Sie können ihn lediglich geschehen lassen.

An diesem Orgasmus ist ganz wesentlich Ihr Herz beteiligt, denn für diese Erfahrung brauchen Sie ein uneingeschränktes „JA“ zu allen Beteiligten: zu sich selbst, zu Ihrem Körper und Ihrer sexuellen Energie und nicht zuletzt zu Ihrem Partner. Diese körperliche Liebe geht durch Ihr Herz und wird von dort ausgelöst. Sie ist dann möglich, wenn Sie fähig sind, sich ganz zu öffnen, mit dem tiefen Wunsch, sich dem Partner vorbehaltlos und ganz zu schenken. Es ist ein tiefes sich Einlassen auf die Verbindung mit Ihrem Partner, eine starke Präsenz im eigenen Körper, sowie ein absolutes vertrauensvolles sich fallen lassen in ihre orgasmische Energie. An diesem Punkt geben Sie jede Art von Kontrolle auf, jedes taktische Kalkül lassen Sie los und lassen sich vollständig gehen.

Dabei werden Sie so empfänglich, dass Sie Ihren Partner in seiner ganzen kraftvollen phallischen Potenz sowie in seinem ganzen Sein wirklich ganz in sich aufzunehmen und zu halten vermögen. In dieser Verbindung entsteht in Ihnen als auch zwischen Ihnen ein besonderer energetischer Raum, in dem Sie sich völlig eins fühlen mit Ihrem Partner, und ein Gefühl von Weite oder auch besonderer Stille kann Sie hier komplett erfüllen. Dieses Sich Fallen lassen in das orgasmische Erleben kann wie ein „Sterben“ sein, wenn sich für den Moment die Grenzen Ihres „Ichs“ auflösen. „Le petit mort“, „den kleinen Tod“ nennen daher die Franzosen auch den Orgasmus..

Jede Frau hat das Potenzial diese besonderen ekstatischen Zustände zu erleben, in denen sie über die engen Begrenzungen ihrer Persönlichkeit hinaus geht und sich selbst dabei auf eine so beglückende Art und Weise erlebt, die im normalen Alltagsbewusstsein nicht möglich ist. Manche von Ihnen, die diese Erfahrungen noch nicht in der Sexualität gemacht haben, kennen diese besonderen Momente vielleicht aus der Muse oder auch aus dem Sport. Wenn sie beim Tanzen ganz verbunden sind mit ihrem Körper und seinen Bewegungen, mit dem Rhythmus der Musik und Sie alles um sich herum vergessen, keine Gedanken mehr da sind von „wie sieht das aus?“ oder „mach ich´ s richtig?“ und sie quasi eins sind mit Rhythmus und Körper. Sie sich darin auflösen und selbst zum Tanz werden – dann ist nur noch eins sein, nur noch Ekstase da. Das gleiche können sie beim Musizieren erleben: wenn sie ganz aufgehen in ihrem Spielen, ihrem Instrument, den Klängen, die sie gerade kreieren und sie Ort und Zeit vergessen ganz selbstvergessen eintauchen in ihr eigen erzeugtes Klangfeld, dann erleben sie Ekstase. Für Momente vergessen sie sich selbst und das, was sie gerade tun und bewirken. Das sind ekstatische Momente, die manchmal nur ein paar Sekunden, manchmal aber auch etwas länger über Minuten anhalten. Das sind die eigentlichen Momente, die uns zutiefst beseelen und erquicken. Diese ekstatischen Momente können wir auch in der Liebe und Sexualität erleben. Vorausgesetzt wir haben uns wieder einen Zugang zu uns selbst und unserer sexuellen Energie erschlossen.

Weibliche sexuelle Energie

Die Sexualität der Frau ist unglaublich kraftvoll und birgt sehr großes Potenzial. Will sie es leben, muss sie sich zunächst das verloren gegangene Wissen darum wieder aneignen, indem sie sich mit Neugier und Vertrauen auf den Weg macht , sich kennen zu lernen und zu erforschen. Frauen, die zurück gefunden haben zu ihrer ursprünglichen weiblichen sexuellen Energie haben nicht nur eine unglaublich lustvolle und genussvolle Sexualität sondern auch eine faszinierende Ausstrahlung auf den Mann. Durch ihr Wissen, das auf Erfahrung beruht erhalten sie ihre natürliche Autorität in der Sexualität zurück und werden zu Anführerinnen in Liebe und Sexualität. Der Mann folgt ihr dann gerne, denn er weiß, er darf sich voll und ganz in sie einbringen. Denn die weibliche Sexualität ist ein Ort, wo der Mann in seiner ganzen männlichen Präsenz und phallischen Potenz eingeladen und willkommen geheißen ist. Hier wird er von ihr gehalten. Und er darf verweilen, solange er kann.

Erwecken Sie Ihr orgasmisches Potenzial

Wenn Sie Ihr gesamtes orgasmisches Potenzial erkunden und erwecken wollen, praktizieren Sie regelmäßig die Selbstliebe, egal ob Sie allein leben oder in Partnerschaft sind. Gerade aber wenn Sie in Partnerschaft leben ist es vorteilhaft erst einmal für sich allein auf die orgasmische Reise zu gehen, denn zu zweit verfallen Sie leichter in Ihr altes Sexualverhalten. In der Selbstliebe, in der Sie auch die Verantwortung für Ihre Sexualität übernehmen, lernen Sie immer mehr ihre ureigene sexuelle Energie kennen und ihr zu vertrauen.
Darüber hinaus ist sie eine wunderbare Möglichkeit, sich selbst Liebe und Freude zu schenken und sich mit Glückshormonen zu nähren. Diese führen Sie in eine tiefe Entspannung und ein Loslassen, sie vitalisieren und verjüngen Sie. Sie halten Ihren Körper fit und stärken Ihr Immunsystem. Geben Sie sich selbst diese Wertschätzung.